
25 Feb 2002
Eine Gemeinschaftsstudie der “Plastics Protection Working Group” (PPG) innerhalb der “International Biodeterioration Research Group” (IBRG)*
Der Schutz von Weich-PVC gegen Pilzbefall – Eine Zusammenfassung
Eugène Bessems, Akzo Nobel Chemicals, Vorsitzender der IBRG Plastics Protection Group.
Einleitung
Dieser Bericht ist eine Zusammenfassung aus einem Artikel, der kürzlich im “Journal of Coated Fabrics” publiziert wurde (1). Er beschreibt die Arbeit der „Plastics Protection Working Group” (PPG), einer Arbeitsgruppe der “International Biodeterioration Research Group" (IBRG), über die Entwicklung einer Testmethode zur Untersuchung der pilzhemmenden Wirkung von Fungiziden in Weich-PVC.
Mitglieder der PPG, die ca. 40 Organisationen aus Industrie, Universitätsinstituten, Behörden und unabhängigen Untersuchungslabors vertreten, haben auf Basis des sogenannten Nährsalzagar Tests (2) ein gemeinschaftliches Untersuchungsprogramm durchgeführt.
In dieser Methode werden dünne Kunststoff-Proben auf nährstofffreien Agar aufgelegt und mit einer Schicht desselben Agars, der jedoch mit einer Suspension von Pilzsporen beimpft ist, überschichtet. Durch diese Technik wird die oft hydrophobe Natur vieler Kunststoffe umgangen und genügend Feuchtigkeit geliefert, um das Auskeimen der Pilzsporen zu ermöglichen.
So getestete Proben werden visuell nach der Bewertungsskala 0 = kein Wachstum, 1 = leichtes Wachstum und 2 = starkes Wachstum beurteilt. Eventuelle Hemmzonen um den Prüfling herum können gemessen und notiert werden, sind jedoch nicht Teil der Gesamtbewertung.
Gemeinschaftsuntersuchungen wurden über einen Zeitraum von sechs Jahren durchgeführt und in mehrere Phasen geteilt. Zunächst einmal war es notwendig, die Teilnehmer mit den Grundlagen der Methode vertraut zu machen und die wichtigsten Einflußfaktoren zu bestimmen, um reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen. Die zweite und dritte Phase, durchgeführt mit Kunststoff-Folien, die sowohl im Labor als auch unter Praxisbedingungen hergestellt waren, betrafen die Reproduzierbarkeit sowie die Wiederholbarkeit der Methode.
Phase 1
In der ersten, der Einleitungsphase, wurden Kunststoff-Folien, die 370 und 500 ppm des Biozids 10,10´-Oxybisphenoxyarsin (OBPA) enthielten, mit biozidfreien Kontrollproben verglichen. Die Ergebnisse zeigten deutlich vollständiges Pilzwachstum bei den Kontrollen, während die Proben, die 500 ppm OBPA enthielten, frei von jeglichem Bewuchs waren. Schwierigkeiten traten bei der Untersuchung der Proben auf, die mit der Grenzkonzentration von 370 OPBA versetzt waren. Diese Probleme wurden jedoch überwunden und, nach einer zweijährigen Studie, gute Reproduzierbarkeiten und Wiederholbarkeiten erzielt.
Während der ersten Phase stellte sich heraus, daß diese Art von Spezialuntersuchung nur von mikrobiologischem Fachpersonal durchgeführt werden kann, das in entsprechend eingerichteten Labors arbeitet und mit der Interpretation solcher Untersuchungsergebnisse vertraut ist.
Phase 2
In der zweiten Phase der Studie wurde das Spektrum der untersuchten Biozide erweitert. Hinzugefügt wurden 4,5-Dichlor-2-(n-octyl)-4-isothiazolin-3-on (DCOIT) und Zink-bis-(2-pyridinthiol-1-oxid) (ZPT). Diese Biozide wurden in einer Konzentration von 2.000 bzw. 2.500 ppm eingesetzt.
Alle in der Studie involvierten Labore erzielten ähnliche Ergebnisse mit den PVC Folien, die mit DCOIT ausgerüstet waren, jedoch wurden mit ZPT unterschiedliche Ergebnisse gefunden. Zusätzliche Untersuchungen zeigten, daß solche Schwankungen durch Beifügung eines Puffer-Systems zum Agar-Medium ausgeschaltet werden konnten. Anschließende Versuche führten dann zu besseren Reproduzierbarkeiten, vergleichbar mit denen in der ersten Phase der Studie.
Phase 3
Die dritte Gemeinschaftsstudie wurde mit PVC Folien durchgeführt, die unter Betriebsbedingungen hergestellt worden waren. Die Prüflinge enthielten die bereits genannten sowie eine Anzahl zusätzlicher Biozide. Die Ergebnisse dieser dritten Phase bestätigten die Schlußfolgerung der zweiten Phase, daß die NSA Methode als Standardtest zur Bestimmung der Wirksamkeit von Bioziden in weichgemachten Kunststoffen zum Schutz vor Pilzbefall verwendet werden kann.
Zusammenfassung
Während der sechs Jahre des gemeinschaftlichen Programms wurde eine große Anzahl von Parametern untersucht, die sich für die Entwicklung einer Standardmethode als
Leseranfragen
Akcros Chemicals Ltd.
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Hinweise für Redakteure
Literatur
1. Bessems, E., 2000. The Protection of Flexible Plastics against Fungal Attack, Journal of Industrial Textiles, 30 (2), 185 -200
2. Borgmann-Strasen, R., Bessems, E., 1994. Evaluating Microbiological Susceptibility of Plasticised PVC Films, Kunststoffe Plast. Europe, 84 (2), 158 – 162
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EMG